Gruppenanalytische Basisqualifikation

Die Basisqualifikation ist der erste Abschnitt im curricularen Gesamtkonzept der Weiterbildung zum:r Gruppenanalytiker:in. Sie umfasst Lernen in einer Theoriegruppe, Kasuistik sowie kontinuierliche Selbsterfahrung in einer slow-open-Gruppe.

In der Basisqualifikation werden in 30 Doppelstunden grundlegende Konzepte, Methoden und Haltungen in der Gruppenanalyse und ihren Anwendungen vermittelt, z.B. in der sozialen Arbeit, Pädagogik und Sozialpädagogik, in der Erwachsenenbildung und in der Rehabilitation und der Psychotherapie. Die Besonderheit der Weiterbildungsgruppen besteht in ihrer professionell heterogenen Zusammensetzung, die ein intensives Lernen an und in der Verschiedenheit der Teilnehmenden ermöglicht. Bestandteil der Basisqualifikation ist die Teilnahme an persönlicher Selbsterfahrung in einem zusammenhängenden Gruppenprozess im Umfang von mindestens 60 Doppelstunden. Für einen Institutsabschluss werden mindestens 160 Doppelstunden sowie die Teilnahme an der Institutsgroßgruppe benötigt. Die Selbsterfahrung ermöglicht es den Gruppenmitgliedern, die Beziehung zu sich selbst und zu anderen zu vertiefen und ein durch die eigene Erfahrung getragenes Verständnis für das Geschehen in Gruppen zu gewinnen.

Teilnehmende der Weiterbildung erwerben grundlegende Kompetenzen zur Leitung von Kleingruppen in verschiedenen Berufsfeldern. Sie verfeinern ihre Wahrnehmung von Interaktions- und Kommunikationsdynamiken, transpersonalen Psychopathologien und ihr Verständnis, wie das Setting sowie der institutionelle und gesellschaftliche Kontext auf die Interaktionen in Gruppen wirken. So erweitern sie ihre Fähigkeit, im geleiteten gruppenanalytischen Prozess Offenheit in der Kommunikation zu fördern, Kreativität und Individualität der Gruppenmitglieder und der Gruppe zu stärken und destruktive Entwicklungen zu überwinden. Einen Überblick über das Theorie-Programm der Basisqualifikation erhalten Sie hier.

Zertifikat und Anschlussmöglichkeiten

Teilnehmende der Basisqualifikation erhalten ein differenziertes Zeugnis über den Erwerb grundlegender Kenntnisse zur Leitung gruppenanalytischer Gruppen im Umfang von 30 Doppelstunden und die Bescheinigung ihrer Gruppenselbsterfahrung (50 DS geschlossene Gruppe; mind. 60 DS halboffene Gruppe) durch bei Ärzte- oder Psychotherapeutenkammern bzw. Regierungspräsidien akkreditierte und bei der D3G anerkannte Selbsterfahrungsleiter:innen am IGA.

Approbierte Psychotherapeut:innen, die sich für die Zulassung zur Gruppentherapieabrechnung bei den Kassenärztlichen Vereinigungen nachqualifizieren wollen, weisen ihre Handlungskompetenz durch supervidierte Leitung einer Anerkennungsgruppe nach (60 x Gruppensitzung/30 x Supervision). Durchführung und Abrechnung dieser KV-Anerkennungsgruppen erfordern für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen und psychologische Psychotherapeut:innen den Vertrag mit der Institutsambulanz einer staatlich anerkannten Ausbildungsstätte, die mit dem IGA kooperiert. Ärztliche Nachqualifikant:innen schließen einen Weiterbildungsvertrag entweder mit der Ambulanz eines kooperierenden ärztlichen Weiterbildungsinstituts oder (in Baden-Württemberg) einen auf Gruppentherapie begrenzten Weiterbildungsvertrag in einer ermächtigten und kooperierenden Weiterbildungspraxis.

Absolvent:innen der Basisqualifikationen (Erw und KiJu) können zum Gruppenanalytischen Aufbaukurs am IGA zugelassen werden, der zu dem zertifizierten Weiterbildungsabschluss Gruppenanalytiker:in führt, mit denen Sie Mitglied im Institut und in gruppenanalytischen Fachgesellschaften werden können.

Organisation

Die Theoriekurse am IGA umfassen 30 Doppelstunden in 6 Blockseminaren mit je 5 DS freitags/samstags oder samstags/sonntags. Sie werden in professionell heterogenen Kleingruppen durchgeführt und erreichen durch Kasuistiken von Dozent:innen und Teilnehmer:innen besondere Praxisnähe.

Die Gruppen für persönliche Selbsterfahrung am IGA werden sowohl fortlaufend slow open angeboten wie auch in Form geschlossener und zeitlich begrenzter Gruppen. Weitere Informationen finden Sie hier auf dieser Seite unter Selbsterfahrung. Die institutionelle Selbsterfahrung in der Weiterbildung „Psychodynamisch-gruppenanalytische Supervision und Coaching" erfolgt im Rahmen der Weiterbildung als geschlossene Gruppe. Die Institutsgroßgruppe wird im Rahmen der Jahrestagungen „Tage der Gruppenanalyse Heidelberg“ angeboten.

Selbsterfahrung und Theorie sind an unterschiedlichen Wochenenden. Sie können den Theoriekurs der Basisqualifikation und die Selbsterfahrung gleichzeitig oder zeitversetzt beginnen und auch unabhängig voneinander buchen.

Das IGA Heidelberg erkennt Weiterbildungsbestandteile an, die an einer von der deutschen Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (D3G) anerkannten gruppenanalytischen Weiterbildungsstätte erbracht und zertifiziert wurden. Zulassungsvoraussetzungen sind Berufserfahrung und die (geplante) Arbeit mit Gruppen. Vor Ihrer Zulassung zur Weiterbildung bitten wir Sie in der Regel, an einem Gruppeninterview teilzunehmen.

Kosten

Die gesamten Kosten der Weiterbildung finden Sie hier.

Genaue Informationen zum Anmelde- und Bewerbungsablauf finden Sie hier.

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Institut für Gruppenanalyse
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