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Gruppenanalyse

Gruppenanalyse ist eine Theorie und Praxis der Arbeit in und mit Gruppen; sie geht von der Erfahrung aus, dass Menschen zu Gruppen gehören und gehören wollen. Auf jede Gefährdung dieser Zugehörigkeit – sei es von außerhalb oder aus der Gruppe selbst – folgen spezifische, unbewusste Reaktionen sowohl des Individuums als auch seiner Gruppe. In und durch Gruppen zu leben ist Menschen existentiell; diese prägen die Individualität ihrer Mitglieder, sie können sie gleichermaßen fördern oder verletzen. Eine Gruppe schafft sich gemeinsam diejenige Norm, von der jeder individuell abweicht - die Kommunikation über die individuellen Abweichungen macht die Norm bewusst und somit veränderbar.

Konflikte, die damit zusammenhängen, werden so einer bewussten Kommunikation zugänglich und fördern die Entwicklung von Bezogenheit und Eigenständigkeit gleichermaßen. Gruppenanalyse untersucht destruktive Prozesse in Gruppen, im geleiteten - gruppenanalytischen - Prozess will sie diese überwinden. Ihr Ziel ist es, Offenheit in der Kommunikation zu fördern und so Kreativität und Individualität der Gruppenmitglieder und der ganzen Gruppe zu stärken.

S.H. Foulkes, neben T. Burrow und W. Bion ein maßgeblicher Begründer der Gruppenanalyse, integrierte Erkenntnisse aus der Psychoanalyse, der Soziologie, der Gestaltpsychologie und der Neurowissenschaft und entwickelte das Konzept einer Analyse in der und durch die Gruppe. Der Begriff des „Analytischen“ war bei Foulkes immer verschieden von dem der Psychoanalyse. Explizit benennt Foulkes als Einflüsse die „Psychologische Analyse“ der Neurologen Kurt Goldstein und Adhemar Gelb sowie die Sozioanalyse Karl Mannheims neben der Freudschen Psychoanalyse.

Institut

Durch Kontakte mit Ilse Seglow (London) auf den Lindauer Psychotherapiewochen in den 1970iger Jahren fanden die an interdisziplinär betriebener Gruppenanalyse interessierten späteren Gründer des Heidelberger Instituts zusammen. Sie wurden in England von S.H. Foulkes und Ilse Seglow in London und später in Heidelberg von Herta Reik (ebenfalls aus London) ausgebildet (-> interner Link zu Geschichte).

Das Institut für Gruppenanalyse Heidelberg wurde 1984 als eingetragener Verein gegründet, nachdem bereits seit 1979 erste Weiterbildungsgruppen innerhalb des Departments und Lehrseminars für Gruppenanalyse der Stiftung Rehabilitation Heidelberg stattgefunden hatten. Die Weiterbildung am IGA basiert auf den europäischen Standards von EGATIN (European Groupanalytic Training Institutions Network), an dessen Gründung das Heidelberger Institut beteiligt war. Sie umfassen Selbsterfahrung, Theoriekurse, Kasuistiken und Supervision.

Unsere Mitglieder sind in gruppenanalytischer Forschung engagiert sowie in Gremien nationaler und internationaler Organisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (D3G), der Group Analytic Society International (GASI) sowie der International Association of Group Psychotherapy (IAGP) und der European Federation of Psychoanalytic Psychotherapies (EFPP) im öffentlichen Sektor.

Weiterbildung

Die Weiterbildungen am IGA Heidelberg finden in multiprofessionell gebildeten Kleingruppen statt und sind prozessorientiert. Die dynamischen Prozesse der Teilnehmergruppe in der Beschäftigung mit dem Unterrichtsmaterial werden selbst zum Gegenstand des Unterrichts. Während die Gruppe sich mit dem Material auseinandersetzt und diese Auseinandersetzung reflektiert, entwickeln sich die Weiterbildungsgruppe und die einzelnen Teilnehmer des Kurses.

Unterricht wird, wie S.H. Foulkes seine gruppenanalytische Methode nannte, zum ego training in action. Prozessorientierung, berufliche Heterogenität und zeitlich relativ flexible Gestaltbarkeit der Weiterbildungsbestandteile stellen Stärken der Heidelberger gruppenanalytischen Weiterbildungen dar.

Angeboten werden Basisqualifikationen für die Arbeit mit Kinder- und Jugendlichengruppen und mit Erwachsenengruppen sowie weiterführende Kurse, die zu zwei zertifizierten Abschlüssen führen: Gruppenanalytiker:in IGA und Gruppenanalytische Supervision IGA (-> zwei interne Links -> Unterseite Weiterbildung -> zur Grafik: Weiterbildungen am IGA 2024).

Interessenten sind Professionelle aus Kultur, Forschung, Bildung, Supervision, Team- und Organisationsberatung, aus den Sozialwissenschaften, der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, aus Theologie, Psychotherapie und Medizin, die ihre Kompetenzen bei der Arbeit in und mit Gruppen erweitern möchten.

Wir sind für Sie da

Institut für Gruppenanalyse
Heidelberg e.V.
Märzgasse 5, D 69117 Heidelberg
Telefonzeiten: Dienstag u. Donnerstag von
9:00-13:00 Uhr und 15:00-17:00 Uhr
info@gruppenanalyse-heidelberg.de